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Innovative Produkte am “unteren Ende der Pyramide” (”bottom of the pyramid” oder BOP)
Die indische Mobiltechnologie Firma VNL hat laut Spiegel online einen extrem cleveren Mobilfunkmasten vorgestellt, der neue Märkte am “unteren Ende der (ökonomischen) Pyramide” erschließen wird. Der Mast kann rein mit Solarenergie betrieben werden (braucht also kein Stromnetz), benötigt kein spezielles Werkzeug zum Aufbauen, funktioniert ohne Anschluss ans Telefonnetz (kann sich über Nachbarmasten mit dem Festnetz verbinden) und kostet nur 3500 $ statt den üblichen 20 000 $.
Interessant ist das Produkt aber vor allem, weil es eine technische Innovation zur Erschließung von neuen Märkten ist; und zwar riesigen Märkten, mit geringer Kaufkraft pro Person. Es ist ein Musterbeispiel von Prahalad’s Theorie vom “Unteren Ende der Pyramide”, dem “Fundament der Pyramide” oder im Original dem “Bottom of the Pyramid”, auch als “BOP” abgekürzt. Sie ist in Deutschland leider nicht sehr verbreitet, insbesondere nicht im Management, was vielleicht ein Grund ist wieso nur so wenige deutsche Firmen in Endverbrauchermärkten von Entwicklungsländern besonders erfolgreich sind. Informationen auf Deutsch gibts unter anderem bei 12manage.
Zusammen mit dem Handy für 15 Euro könnte es endlich helfen die gigantischen ländlichen Märkte zum Beispiel in Indien – mit schlechtester Infrastruktur, kein Strom, kein Telefon, keine befestigten Straßen – für Mobilfunk zu erschließen. Das kann dann selbst bei Mobilfunkumsätzen von 2$ pro Person (wie hoch war nochmal meine letzte Handyrechnung…) noch profitabel sein. Neben dem ökonomischen Wert für Hardwarehersteller und Mobilfunkunternehmen wäre das natürlich ein immenser Gewinn an Lebensqualität für die ländliche Bevölkerung.
Das Schaubild stammt übrigens vom telecoms-Blog.



