elektrischau

Neuigkeiten und Meinungen rund ums elektronische Leben

Die digitale Zukunft – Media und Social-Media Elite über Geschäftsmodelle, Innovation, Erfolg und CNNfail

jetzt kommentieren

Was motiviert mich eigentlich zum Bloggen? Interessante Diskussionen oder Gedanken, die man formulieren oder diskutieren möchte.

Einige der interessantesten Diskussionen der letzten Monate haben Geschäftsgeheimnisse (von uns oder anderen) tangiert und waren daher nicht blog-bar. Und man braucht natürlich Zeit, die etwas knapp war weshalb sich manches auf meinen deutsch-englischen Twitteraccount verschoben hat.

Die Diskussion zur Zukunft digitaler Medien eben in den Guardian Towers nahe Kings X allerdings war sehr lohnenswert. Zu Gast bei Matt Wells waren neben Emily Bell vom Guardian und Rory Cellan-Jones von der BBC die travelinggeeks Robert Scoble, Sarah Lacy und JD Lasica. Mit knapp 100 Leuten war der Raum zwar relativ voll aber nicht überfüllt wie ich mir das vorgestellt hatte.

Zuerst gings drum wer Nachrichten macht heutzutage, TMZ die als erstes über Michael Jackson’s Tod berichtet hatten, renommierte Zeitungen Ihnen aber nicht glaubten, weil sie ja “nur” eine Webseite waren. Rory hat eine vorsichtige Haltung der etablierten Medien (wie BBC) verteidigt und mit Recherchesorgfalt (mindestens 2 unabhängige Quellen) begründet. Scobelizer hat den dramatischen Wahlabend im Iran erwähnt, an dem CNN Larry King mit zwei Motorradfahrern gezeigt hat und #cnnfail zum Trendthema auf Twitter wurde. Wo früher Qualität wichtig war ist in einer schnellen Welt Aktualität auf dem Vormarsch, aber für beides wird es auch weiterhin Bedarf geben.

Bei der Diskussion der verschiedenen Medien meint Robert seine Hauptdifferenzierung wäre nicht mehr das eigentliche Medium sondern, ob es mit oder ohne Herausgeber (also editor und gatekeeper) ist. Die Überprüfung von Aussagen und Gedanken findet also entweder privat zwischen Autor und Herausgeber statt oder öffentlich mit den Lesern.

Natürlich gings auch um Geschäftsmodelle. Wie im angelsäschsischen Raum so üblich ist das eigentlich ein Teil fast jeden Arguments. Matt erzählt von Murdoch der sich neue Abostrukturen ausdenkt. Abo’s wären für Printmedien noch nie der große Geldbringer gewesen meint Sarah, und Emily freut sich dass die Konkurrenz sich mit Geschäftsmodellen auseinandersetzt, die sowieso nicht funktionieren. Was 2002 nicht geklappt hat, klappt heute immernoch nicht. Hm… ich bin ja immernoch überzeugt, dass die Art der Bezahlung einen großen Unterschied macht. Aber dazu ein andermal mehr.
Emily denkt das Problem ist das Nachrichten nicht wiederverwendbar sind (verglichen mit Musik), dass Leute aber für Anwendungen, Dienstleistungen, Mitgliedschaften oder anderes zahlen könnten. JD glaubt das Medienhäuser sich öffnen sollen, selber Netzwerke werden, APIs anbieten, Entwicklerinteresse schaffen.

Eine lebhafte Diskussion in jedem Fall, teilweise live weitergetwittert und dann per Twitterfall wieder an die Zuschauer verbreitet. Schade eigentlich nur dass #mediatalklive in einem Raum stattfand indem zwar jeder mobile Twittergeräte hatte, sie aber fast niemand verwenden konnte weil 3G (zumindest von O2) nicht vorhanden und kein Wifi zugänglich war.

Geschrieben von mario

Juli 8th, 2009 at 12:45

Veröffentlicht in Internet, Medien, Wirtschaft

Leave a Reply