SEO basierte Plakatkampagnen? – I am orange
Orange war zwar nicht die erste Kampagne die mir diesbezüglich aufgefallen ist, aber sicherlich die Größte. Monatelang hat der französische Mobilfunkriese die Londoner U-Bahn mit seinen “I am” Plakaten tapeziert. Entwickelt vom Kreativschuppen Fallon fand ich die Motive zwar außergewöhnlich, aber komplett sinnlos und viel zu abstrakt um auch nur im entferntesten die offenbar angedachten Motive “the power of community” oder “together we can do more” zu kommunizieren.
Viel interessanter fand ich den Ansatz statt einer URL ein Suchwort zu kommunizieren. Auch das funktioniert im Falle von I am Orange, nicht so wirklich. Vielleicht könnte es aber funktionieren, bei etwas spezifischeren Kampagnentiteln, weniger generischen Markennamen oder mehr textfokussierten Motiven. Die wenigsten Leute können sich URLs wirklich merken und viele googlen zu Hause dann sowieso. Warum also nicht gleich durch die Suche führen, statt ne komplizierte Adressen zu kommuzieren… im wachsenden Wirrwarr zwischen .com, .info, .name, .tv, .eu, .net, .org, den ganzen Länderdomains wie .de oder den doppel-TLD’s wie .co.uk oder .com.br.
Und: SEO ist bei den meisten Firmen sowieso ein wichtiger Bestandteil des Online-Marketings, und so könnte man die Errrungenschaften auf der ersten Ergebnisseite ganz oben zu sein voll ausnutzen.
Wenn man denn auch wirklich ganz oben ist, auch das hat Fallon offenbar nich ganz hinbekommen. Klar die Kampagne war im Juli, vielleicht hat man da “I am” als Keywords bei Google gekauft, aber momentan finde ich alles vom Internationalen Arbeitskreis Musik, dem Institute of advanced motorists, dem Institut für Angewandte Mathematik, über die Popgruppe IAM und die französischen Hiphopper “Iam” bis zu Will Smith’s “I am Legend”.
Schlussendlich hab ich natürlich auch I am everyone gefunden… die eigentliche Kampagnenseite.
Funktioniert das Prinzip Google Stichwort statt www-url? Wird man das in besserer Form künftig häufiger sehen? Was meint ihr?




Stimmt, interessanter Ansatz. Denn so läufts ja meist wirklich, man schnappt was Interessantes auf im Vorbeigehen und erinnert sich hinterher nur noch ungefähr. Zu hause muss man es dann suchen – und das macht man, genau – mit Google, der Suchmaschine schlechthin. Aber genau da sehe ich auch eine Gefahr, das macht Google doch nur noch mächtiger. Will man das? Oder ist das in der komerziellen Kommunikation egal? Das Budget sich bei ihnen Keywords zu kaufen wird man wohl im Werbebudget berücksichtigen müssen..
Anja
24 Nov 08 at 00:41
Ich denke auch, mit einem eingängigen Suchwort wäre man hier besser gefahren, einfach schon deshalb, weil sich kaum noch jemand die URLs merken kann. Aber wenn die Kampagne nicht einmal mit dem Suchbegriff weit vorne steht, lohnt sich das Ganze natürlich auch nicht, finde ich nämlich Mathematikclubs oder Filmtitel, wie beschrieben, dann gebe ich spätestens nach der ersten Seite auf, weiter zu suchen.
Dirk
24 Nov 08 at 22:43
Ja, der Kampagnentitel war als Suchbegriff sicherlich nicht einzigartig genug. Vielleicht muss man sowas künftig schon früh in der Kampagnenplanung berücksichtigen.
Und ja, alle reden immer von “integriert” und “orchestriert” etc, da gehören die Grundlagen der Online Marketingkommunikation natürlich dazu. Egal ob URL oder Suchwort auf dem Titel sollte man die wichtigsten Schlagwörter über SEM belegt haben.
mario
25 Nov 08 at 17:19