Webdesign für Online-Gemeinschaften bei der d-construct in Brighton
Gareth und ich waren letzten Freitag bei der d-construct Konferenz bei der es um Webdesign ging und insbesondere um das “social web“. Sehr inspirierende Vorträge und vielen neue und alte Kontakte. Schon im Zug hatte ich per Twitter Joshua getroffen.
Gesprochen haben dann:
- Steven Johnson, Webdesigner aus NYC und Autor von “Invention of Air”
- Alex Krotoski, Spielefan und Guardian Journalistin
- Joshua Porter, Webdesigner und Autor von “Designing for the social web”
- Daniel Burka, Buddy von Kevin Rose und Chefdesigner von digg und pownce
- Tantec Celik, ex-Technorati designer und Microformats Campaigner
- Matt+Matt von Dopplr
- Jeremy Keith, Webdesigner aus Brighton und Hobbyphilosoph

Zum einen oder anderen Thema werd ich seperate Posts schreiben. Steven zum Beispiel hat die Geschichte des Cholera-Ausbruches 1854 in London (aus seinem Buch “Ghost Web”) beschrieben. “Einfache Leute” mit Ortskenntnissen von Soho hatten eine Karte mit den ersten Todenfällen angefertigt und so dabei geholfen die verseuchte Wasserpumpe zu identifizieren. Warum das heute interessant ist? Der Umgang mit der Epidemie ist sein Beispiel für Lokalität in sozialen Netzwerken und das Wissen der lokalen Amateure. Er vergleicht diese Leute mit lokaler Expertise mit Bloggern und zieht weitere Vergleiche wie die offenen Informationsstandards (Tägliche Veröffentlichung von Todeszahlen im London der 1850er und die Blogosphäre) und neue Visualisierungsmethoden (Londonkarte mit Choleraopfern und GeoToolkit).
Steven arbeitet übrigens an einem “Geo Toolkit” mit dem Blogeinträge automatisch lokale Tags bekommen und neue Dienste wie “News aus dem Viertel” möglich machen (leider momentan nur in den USA).
Alex Krotoski hat sich gefragt, warum Webdesigner und Computerspielentwickler nichts miteinander zu tun haben und versucht Elemente aus Computerspielen aufs Webdesign zu übertragen. Sehr interessant und sicher bald ein eigener Beitrag.
Joshua Porter versucht Anmelderaten bei Webseiten durch ausnutzen des “cognitive bias” – man könnte sagen besondere Eigenschaften von heuristischen Wegen der Informationsverarbeitung (siehe Denkpsychologie) – zu steigern. Sein Buch ham wir noch in Brighton gekauft und das kann ich nur wärmsten empfehlen.
Daniel Burka hat eine ganze Reihe an Wegen aufgelistet, über die man Nutzer zu mehr Interaktion bringen kann, die Kurzform: Anreize schaffen, Eintrittsbarrieren verringern, einen Vorgeschmack geben, auf Spannungspunkte konzentrieren, Kuhpfade pflastern.
Wenn ihr noch nichts von Mikroformaten gehört habt, darüber werde ich sicher bald mal bloggen. Es geht um die Transfermöglichkeiten des “Social Graphs” also des Beziehungsnetzwerkes bei allen Webseiten die zwischenmenschliche Beziehungen abbilden.
Matt + Matt von der Reisendencommunity Dopplr haben eher eine Komödie veranstaltet als einen ernsthaften Vortrag präsentiert. Der interessante Grundgedanke war einen Internetdienst zu bauen, der von Nutzern nie direkt auf der Seite verwendet wird, aber mit ganz vielen anderen Andwendungen zusammen arbeitet. Sone Art “Intel inside” des Web2.0, Dopplr versucht vermehrt mit anderen Seiten zusammenzuarbeiten. Dopplr hat letzte Woche übrigens neues Geld bekommen.
Sehr interessant war übrigens auch das Backnetwork, Mininetzwerk für Konferenzteilnehmer. Neben hervorragend fettigem Frühstück in der “Hell’s Kitchen” hatten wir ein Bier und Wifi im Riki Tik und einen herrlichen Pie und Mash. Nur der Sturm am Abend und die viel zu schlechte kabellose Internetverbindung im Konferenzzentrum ham das schöne Bild getrübt.



