DRM war gestern – entfernt die Musikindustrie sich von “geschützter” Musik?
Weitere vorsichtige Schritte nach vorne für die rückwärtsgewandte und verklagungsfokussierte Musikindustrie: Nach iTunes im letzten Jahr schafft nun auch Napster seinen proprietären Kopierschutz (DRM) ab, der die dort heruntergeladene Musik auf spezielle Abspielgeräte begrenzt und vor dem unbegrenzten kopieren schützen sollte. Das jedenfalls berichten Gizmodo und USAtoday. Zwar hofft man wohl in erster Linie darauf einige der Millionen von iPod-Nutzern zum Umstieg von iTunes bewegen zu können (was bisher durch das DRM verhindert wird), aber offenbar spielt auch ein langsames Umdenken der Verantwortlichen eine Rolle.
Die Details zeigen, dass man noch weit davon entfernt ist illegale downloads durch vernünftige eigene Angebote überflüssig zu machen: Die Musik-Flatrate wird weiterhin kopiergeschützt bleiben, was noch nach zu vollziehen sein mag. Aber die Preise für den Download der MP3s (ab 1€ pro Song, 10€ pro Album) sind auf einem Niveau, das man auch als eine Beleidigung für die ökonomische Intelligenz von Musikfans bezeichnen kann. Das mag mit Teilen der Mac-nutzenden Oberschicht funktionieren, aber auch iTunes wird es so schwer haben den geizgeilen Mainstream oder Studenten zu überzeugen.
Keine Margen für Einzelhändler, keine Produktion von CDs, Hüllen und Booklets, keine Verpackung… Musikhörer sind garantiert bereit die pro Lied minimalen Lizenzgebühren an Musiker zu bezahlen und sogar einen fairen Aufpreis für die Marketingmaschinerie der Labels. Die Musikindustrie wird nicht drumrum kommen ihre Preispolitik genauso wie ihre Kostenstrukturen mittelfristing denen der Onlineindustrie anzunähern. Oder gleich den Schritt vom Download zum Streaming machen (a la Spotify) der DRM ebenfalls überflüssig macht – naja das wäre innovationstechnisch dann doch etwas zu viel verlangt.




Diesen Artikel hab ich eben auf der macworld startseite gefunden und ähnlicher Meinung wie ich
mario
2 Jun 08 at 08:05